Ausstellung „Aegidii: Kloster, Kaserne, Markt“

28. Februar 2015

Unsere Ausstellung im Stadtmuseum Münster

Aegidii: Kloster, Kaserne, Markt

Hierzu die Pressemitteilung der Stadt Münster vom 27.2.2015:

Aegidii – heute wird der Name mit dem Aegidiimarkt in Zusammenhang gebracht, Ältere kennen noch den Parkplatz, der durch das Parkhaus mit Geschäften und Räumen der Volkshochschule ersetzt wurde. Woher kommt der Name, gibt es einen Bezug zur Kirche an der „Aegidiistraße“ gegenüber? Antworten auf diese Fragen gibt die neue Ausstellung im Stadtmuseum „Aegidii: Kloster, Kaserne, Markt“.

Der Titel der Ausstellung und der Standort in der Altstadt lassen erahnen, dass die Geschichte des Ortes Jahrhunderte alt ist. Älter auch als der aktuelle Anlass zur Präsentation der Geschichte von „Aegidii“: Vor 200 Jahren wurde Westfalen preußisch und Münster Provinzialhauptstadt in diesem Teil des Königreiches Preußen. Der erste preußische Kasernenneubau in der Stadt entstand auf dem Grund des vormaligen Klosters und heutigen Aegidiimarktes.

„Mit dieser Ausstellung würdigt das Stadtmuseum das 200-jährige Gründungsjubiläum der Provinz Westfalen und geht der Geschichte des Platzes über 800 Jahre nach“, erläutert der stellvertretende Leiter des Stadtmuseums Dr. Axel Schollmeier.

Die Kirche

Aegidii-Kloster

Detail mit dem Aegidii-Kloster und der Klosterkirche aus dem Plan von Everhard Alerdinck aus dem Jahr 1636. Foto: Stadt Münster – Sammlung Stadtmuseum.

 

Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts befand sich nach einer Erweiterung des Stadtgebietes südwestlich der Domburg eine Pfarrkirche, die dem Abt Ägidius von St. Gilles geweiht war. Einige Jahre später wurde an dieser Kirche das erste Zisterzienserinnenkloster in Westfalen gegründet. Jahrhunderte lang beherbergte es Nonnen aus adeligen westfälischen Familien. Erst Ende des 18. Jahrhunderts nahm man dort auch Töchter aus bürgerlichen Familien auf. Das Kloster wurde 1811 aufgelöst. Im Jahr 1821 stürzte die Kirche ein. Gleichwohl ist noch heute der Name des Heiligen fest mit dem Platz verbunden.

Die Kaserne

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Postkarte von 1900 mit der Aegidii-Kaserne des Infanterie-Regiments Nr.13 Herwarth von Bittenfeld. Foto: Stadt Münster – Sammlung Stadtmuseum.

Aufgrund der schon 1814 in Preußen eingeführten allgemeinen Wehrpflicht stieg die Zahl der Soldaten auch in Münster stark an. Die in der Stadt stationierten Militärangehörigen wurden in Privathäusern untergebracht, was den Bürgern sehr missfiel. Später wurden Soldaten in den aufgelösten Klöstern untergebracht. Zugleich begann man mit den Planungen für mehrere Kasernen, so auch 1816 für den Bereich des ehemaligen Aegidiiklosters. Nach dem Einsturz der Aegidiikirche bot sich das Gelände für den Neubau einer großen Kaserne geradezu an. Die 1831 fertig gestellte Aegidii-Kaserne wurde vom Infanterie-Regiment Nr. 13 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs genutzt. Auf dem Platz vor der Kaserne fanden der Send und andere Veranstaltungen statt. Bis zur fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die Kasernengebäude dann als Polizeischule und Hauptversorgungsamt genutzt.

Der Aegidiimarkt

Bunker

Zivilbunker im Aegidiimarkt, Blich in einen Waschraum mit eingelagerten Stützen für Hochbetten. Foto: Stadt Münster – Sammlung Stadtmuseum.

Die von den Trümmern geräumte Freifläche diente seit Mitte der 1950er Jahre als Parkplatz, ehe ab 1976 der Aegidiimarkt mit Geschäften, Büros, Restaurants, Wohnungen und Schulungsräumen, errichtet wurde. Außerdem erhielt er eine Tiefgarage in deren zehnter unterirdischer Etage auch ein Zivilschutzbunker für 3000 Personen eingebaut wurde. Zuvor allerdings hatten die umfangreichen Ausschachtungsarbeiten an der Baustelle zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels und erheblichen Schäden an benachbarten Kirchen und Gebäuden der Universität geführt, die auf Holzpfählen gegründet sind. Bald erhielt der noch unfertige Aegidiimarkt den damals allgemein bekannten Beinamen „tiefstes Loch Münsters“.

Die Ausstellung veranschaulicht die Gestaltung und unterschiedliche Nutzung dieses zentralen innerstädtischen Geländes. Dr. Bernd Thier vom Stadtmuseum und der ehemalige LWL-Denkmalpfleger für Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Dr. Joseph Lammers, haben über 100 Bilder, Fotos, Karten, Pläne, Zeichnungen und Originalobjekte verschiedener Epochen zusammen getragen und wissenschaftlich aufbereitet.

Die Ausstellung „Aegidii: Kloster, Kaserne, Markt“ wird vom 28. Februar bis 16. August im Stadtmuseum gezeigt.



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